Individuelle Plugins

Es gibt Tausende von Plugins für WordPress, teilweise (noch) frei, teilweise günstig. Warum also selbst ein Plugin entwickeln? Grundsätzlich würde ich das bei Weitem nicht immer tun, da ein Projekt, dessen Komponenten ohne Ausnahme updatefähig sind, am einfachsten zu verwalten ist, und auch vom Kunden selbst betreut werden kann.

In der Praxis zeigen sich allerdings immer wieder gute Gründe, die für eine individuelle Lösung sprechen.

  • Das verfügbare Angebot ist für den Zweck zu umfangreich
  • Das verfügbare Angebot ist für den Zweck unzureichend / zu unflexibel
  • Die Anforderungen sind zu speziell
  • Es wären X Plugins nötig, um die Anforderungen zu lösen
  • Es ist schwer genau das zu finden was man braucht, und wenn, dann fehlt ein entscheidendes Detail
  • Suchen, Finden und Testen kosten manchmal mehr Zeit, als ein kleines Plugin selber zu schreiben
  • Die vorgefundene Qualität ist fehlerhaft oder sicherheitskritisch

Der mangelnde Qualitätsanspruch manch gekaufter Plugins vermochte mich überraschend oft zu enttäuschen. Fehler meine ich damit nicht mal. Es sind Mangel an WordPress-Wissen und Schlampigkeit, die sich oft erst im Quellcode offenbaren, und die bei oberflächlicher Anwendung nicht auffallen, sondern erst, wenn der Quellcode minified ausgegeben, oder die Site für Performance optimiert oder sicherer gemacht werden soll. Mit ungenau programmierten Komponenten gelingt das oft nicht oder nur eingeschränkt.

Manche Plugins scheitern schon daran, wenn jemand sein Tabellenpräfix individualisiert (eine normale oft empfohlene Sicherheitsmaßnahme), weil das Präfix hardcodiert wurde, oder auch das Content-Verzeichnis etc. Es braucht nicht all zu viel an Pech, und das Markup einer Website ist nicht mehr valide, weil der Output eines Plugins nicht daraufhin geprüft wurde. Besonders leicht verliert AMP-Markup an Gültigkeit, wenn sich zum Beispiel ein Fehler an der Auszeichnung strukturierter Daten einschleicht.

Ungenau zu arbeiten kann sich ein Entwickler eigentlich immer weniger leisten, da die Toleranz nicht mehr mit jener der Quirkmode-Ära zu vergleichen ist. Dafür sind manche Entwickler die ihre kostenpflichtigen Kreationen auf prominenten Plattformen feilbieten, verblüffend sorgenfrei darin, Geld für das zu nehmen, was sie dort auscoden. Das können sie auch leicht, denn die Anwender die dort einkaufen, bemerken davon oft nichts.