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Foto von Gabriele Lässer

Die meisten Betreiber einer WordPress-Website nutzen Server mit anderen Usern zusammen, so genanntes Shared Hosting. Ein eigener Server kostet viel Geld, ist also für ein mehr oder weniger privat betriebenes Blog keine Option. Also mietet man sich praktisch eine Wohnung in einem großen Block, kein eigenes Haus für sich alleine. Je nach Angebot und Preis hat man mehr oder weniger Platz und Verarbeitungsressourcen zur Verfügung. Bei einem wachsenden Fotoblog mit 4k-Bildern wird es über die Jahre also eng, und Skalierbarkeit ein Thema.

Grenzen bei Backups

Üblicherweise werden Medien mitgesichert, da sie meist in jahres- und monatsbasierten Ordnern liegen, und keine Bilderlinks mehr stimmen würden, ginge die Medienstruktur verloren. Die Alternative ist eine flache Struktur direkt in uploads (also bei Einstellungen Medien nicht in jahrs- und monatsbasierten Ordnern speichern), mit irgendwann 100.000en Dateien drin.

Inkrementelle Backups sind eine Vorgehensweise, mit der Updraftplus Pro punkten kann. Doch bei großen Datenmengen wird das Wiedereinspielen zu einer ebenso großen Herausforderung. Auch wenn die Backups komprimiert sind, bei 70 GB Mediathekgröße läppert sich’s dann doch.

Du wählst bei Updraftplus Pro (die freie Version kann keine inkrementellen Backups) im Restore-Dialog den gewünschten Zeitpunkt aus. Das Plugin holt dann selbst das Vollbackup und alle Inkremente bis dahin und spielt sie nacheinander ein. Wichtig dabei: Die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Fehlt ein Inkrement oder das Vollbackup, sind alle Stände danach unbrauchbar. Lass deshalb nicht zu viele Inkremente auflaufen und mach regelmäßig ein neues Vollbackup, etwa einmal im Monat. Die Aufbewahrung musst du so einstellen, dass alte Vollbackups erst gelöscht werden, wenn ihre Kette nicht mehr gebraucht wird.

Auch WP-Vivid bietet inkrementelle Sicherungen nur in der Pro Version an. Und auch hier sind die Medien Bestandteil des regulären Backups. Nicht nur die Website selbst, sondern auch die Sicherungen belegen dann viel Webspace.

Mit Backupsystemen die nur ganze Sicherungen vornehmen können, stößt man selbst bei einem Terrabyte irgendwann an Grenzen, oder reduziert die Anzahl von Backups, die man speichert. Von der Zeit, die so ein Backup dauert, reden wir nicht, das bekommen wir bei zeitgesteuerten Backups nicht mit. Doch auch hier: je größer ein Backup, umso anfälliger ist der Sicherungsvorgang für Störungen, und der Platzverbrauch ist nochmal deutlich höher.

Große Datenmengen müssen bewegt werden

Ein Website-Umzug mit 70GB oder mehr Daten dauert in den meisten Fällen dann auch keine Minuten, sondern je nach Down- und Uploadkapazitäten auch mal Stunden, vor allem, wenn man vorher noch „schnell“ ein ganz frisches Backup durchlaufen lassen will.

Zudem begrenzen herkömmliche Backupmethoden Flexiblilität und Skalierbarkeit von Blogs mit vielen Medien erheblich.

Cloudsync für Medien, reguläre Backups nur für den Rest?

Nun, nachdem sie mir in den Sinn gekommen war, fand ich die Idee eigentlich schlüssig und sinnvoll. Sogleich machte ich mich auf die Suche nach bestehenden Lösungen. Ernüchternd: reguläre Backupsysteme packen zwar alles oder selektiv ein was man sichern will, ein Cloud Sync für Medien ist wiederum eine andere Kategorie von Plugin. Also müsste man die beiden Methoden doch kombinieren können? – Uploads hoch in die Cloud schieben, und aus Backups einfach ausschließen. Doch ganz so einfach ist es doch nicht. Eine von mehreren Stolperfallen ist, dass man uploads nicht gefahrlos immer komplett aus- aber auch nicht komplett einschließen kann und sollte. Dort befinden sich unter anderem auch gerne mal Backups, die man vielleicht nicht unbedingt synchronisieren möchte – oder vielleicht gerade doch.

Es gibt ja nun auch verschiedene Plugins, mit denen können Medien über die Cloud ausgeliefert werden (Content Delivery Network – kurz CDN). Das geht mit oder ohne, dass die Mediendateien auf dem Websever gespeichert werden müssen (üblich ist aber, dass sie auch auf dem Rechner gespeichert bleiben, und neue Bilder einmalig in den Cloudspace gelangen). Doch ein CDN ist kein Archiv für den gesamten Medienbestand. Es ist auch nicht vorgesehen, Bilder von dort zurückzuholen.

Ich suchte nach Lösungen, die (auch) als Cloud-Backup-Lösung zumindedst für Medien geeignet wären. Vielleicht suchte ich nicht ausgiebig genug. Was ich fand waren eher Kompromisse. Doch grundsätzlich wäre die Kombi-Idee umsetzbar.

Media Cloud Sync

Im Plugin-Verzeichnis suchte ich nach „Media Cloud Sync“ und fand – Media Cloud Sync. Es wurde auch sogleich getestet und funktionierte hervorragend, aber… Medien zurückholen kann man nur mit der Pro-Version (die immerhin auch noch als Lifetime zu bekommen ist, und noch relativ günstig). Doch immerhin bietet die Pro-Version auch eine Restore-Funktion für die Medien an.

Doch unabhängig von der Medienstruktur auf dem Server muss man sich auch hier entscheiden für Flat oder jahres- und monatsbasierte Ordner. Ein Spiegel, der die Pfade nicht 1:1 übernimmt, taugt für eine Wiederherstellung nur bedingt.

Offenbar baut das Plugin den Zielpfad aus seiner eigenen Einstellung und dem Upload-Datum statt aus dem echten Pfad. Bei einer gemischten Struktur (z.b. irgendwann mal die Option für das Speichern in Ordnern an- oder ausgemacht) geht das schief, egal welche Option du wählst.

Offload Media – Cloud Storage (nicht getestet, da ohne Pro sinnlos)

Hier liegt der Fokus noch stärker auf die Auslieferung als darauf, die Medien zu sichern. Im Mittelpunkt stehen das Umschreiben der URLs, das Ausliefern über ein CDN und das Löschen der lokalen Dateien, um alle Medien aus der Cloud auszuliefern. Backup-Funktionen bietet es nicht: keine Prüfung nach dem Upload, kein inkrementeller Abgleich, und Dateien außerhalb der Mediathek werden nicht erfasst. Zurückholen geht über „Bulk download“, nur für Mediathek-Einträge, doch immerhin.

Ohne Pro gibt es keine S3-kompatiblen und kein Hochladen der bestehenden Medien.

WP Offload Media

Alleine schon die Frage, „Why Upgrade?“ zu WP Offload Media von WP Engine lässt sich sofort an Alternativen denken. Klar, man kann die freie Version so untauglich für fast alle sinnvollen Anwendungen machen, dass man tatsächlich nur mit der Pro-Version was anfangen kann. Daher habe ich auch hier auf einen Test erstmal verzichtet.

In allen Fällen wäre es nicht möglich, auch anderen Dateien in Uploads zu sichern, was das ausschließen des ganzen upload-Ordners in den regulären Backups mithin unvollständig macht, oder man muss, wenn das Plugin es anbietet und man Jahresordner hat, diese einzeln ausschließen, und zu Beginn eines jeden Jahres einen weiteren ausschließen.

Also ja, grundsätzlich ist eine Kobination Media-Cloud-Sync mit regulärem Backup machbar. Ganz zufrieden bin ich mit den Optionen allerdings noch nicht und suche weiter. Daneben arbeite ich auch selbst an einer Cloud-Sync-Lösung, die als Backup für Medien und optional auch für sonstige Uploads nutzbar ist. Weißt du hier vielleicht schon mehr als ich? – Dann schreib mir doch bitte einen Kommentar.

Neue Erkenntnisse zum Thema veröffentliche ich hier in diesem Blog (nebenbei, du kannst dich auch im Footer dafür anmelden, über neue Beiträge auf dem Laufenden gehalten zu werden).

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