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Und schon wieder stieß ich auf Postings bei LinkedIn in denen WordPress „verteufelt“ wurde. Argumente wie „Plugin Chaos“, man bekäme nur Websites von der Stange – also Mangel an Individualität – schlechte Performance träufelten in meinen Feed. Grundsätzlich geht es um die Vorzüge individuell entwickelter HTML-Seiten contra komplettes CMS WordPress.

Folgendem ist unumwunden zuzustimmen: WordPress ist ein mächtiges, umfangreiches System. Man installiert damit einige Funktionalität, die man nie braucht. Allerdings wer nur Seiten möchte und kein Blog, dem wird die Blog-Funktion nicht zur Belastung, wer nur ein Blog möchte, wird von dem Umstand, dass man Seiten verwenden könnte, auch nicht tangiert.

Das Argument, ein so mächtiges System wegen ein paar einfacher HTML-Seiten aufzusetzen, mag einem auf den ersten Blick durchaus überzeugen. Und auch die Performance, ok, kann bei einer simplen HTML-Seite besser sein als es bei vielen WordPress-Websites heute der Fall ist. Performance hat allerdings auch ein bisschen mit der Qualität des Hostings zu tun, aber auch, wie man WordPress einrichtet. Konzentrieren wir uns auf manuell gebaute HTML-Seiten (vom Profi) contra WordPress (der Fairness halber auch vom Profi bitte).

Man kann als Website-Profi kein Argument für eine professionell gebaute HTML-Site gegen WordPress anführen, das nicht (auch) von Profis eingerichtet wurde. Das ist ein unfairer Vergleich.

Argument „Websites von der Stange“

Das ist in meinen Augen das am wenigsten haltbare Argument gegen WordPress. Ja, man kann ein Theme aktivieren und alles genauso übernehmen, wie es voreingestellt ist, dann sieht die Website vielleicht aus wie manche andere. Doch grade mit modernen Block-Themes kann man direkt im Site-Editor jedes Layout und Design umsetzen, das einen gefällt. Hier sind wir nicht weniger flexibel als mit reinen HTML-Seiten. Zudem muss man sich in WordPress um weniger kümmern.

Man kann das Layout und Design jederzeit ändern, anpassen, komplett neu machen, ohne die ganze Website neu launchen zu müssen. Das z.b. für Seiten eingestellte Layout wird für jede einzelne Seite gelten, also konsistent sein. Bei einzelnen HTML-Seiten muss man schon alleine darauf achten, dass wirklich alle gleich sind (es sei denn, man hat ein System in der Hinterhand mit dem man die Seiten immer gleich generiert, davon gehe ich eigentlich aus).

Jedes gewünschte Design, sei es noch so individuell, braucht keine CMS-freien HTML-Seiten, sondern kann auch mit WordPress umgesetzt werden. Ein Block-Theme einzusetzen verschafft einem hier einen klaren Vorteil.

Argument „Plugin Chaos“

Plugins sind in WordPress immer optional. NIemand MUSS ein oder mehrere Plugins installieren. Wie belastend sich Plugins auf Sicherheit und Performance auswirken ist keine unausweichliche Konstante, sondern eine Frage der Auswahl. Profis wissen das, und werden entsprechend gezielt und wählerisch sein, und keine Plugins installieren, die nicht nötig sind, oder die eine Funktion übernehmen, die bereits installiert ist. Manchmal erledigen ein paar Codezeilen den Zweck schneller und besser, dann bekommt der Kunde sein eigenes kleines (oder auch mal größeres) Plugin, das zu 100% an seinen Bedarf angepasst ist.

Argument Sicherheit

Folgerichtig ist, wenn man eine Website nicht pflegt, werden entdeckte Sicherheitslücken nicht geschlossen, und es besteht die Gefahr, dass jemand die Gelegenheit nutzt, um Schaden anzurichten. Im WordPress-Universum wird alles, was grundsätlich gerne genommen wird, praktisch ständig in der Praxis erprobt. Sicherheitslücken bleiben also nicht lange im Verborgenen (was an sich ja gut ist), daher ist ein gewisser Pflegeaufwand unumgänglich. Wer sich traut, kann diesen jedoch weitgehend automatisieren.

Bei individuell selbst gebauten Websites werden üblicherweise keine Sicherheitslücken aufgedeckt. Das heißt allerdings nicht, dass da keine sind. Da sie keiner findet, werden sie nicht geschlossen, und wenn sie mal einer findet, ist man der einzige der sie hat, und vermutlich bereits Betroffener eines Worst Case Szenarios. Ok, die Chancen sind nicht so groß, wer macht sich schon die Arbeit, ein Einzelstück genauer unter die Lupe zu nehmen.

WordPress selbst hat gelegentlich auch Sicherheitslücken. Wenn sie identifziert sind, wird schnell gehandelt, und das Update erfolgt automatisch (es sei denn, man schaltet solche Updates explizit aus).

Die meisten Sicherheitslücken kommen von Plugins (von denen man für eine einfache Website, die man auch in HTML bauen lassen könnte, nicht viele braucht, also bleibt das Risiko für einfache Websites klein) oder Themes. Niemand muss allerdings ein Theme aus dritter Hand verwenden. Das aktuelle WordPress-Block-Theme ist zur Umsetzung beliebieger Layouts und Designs gut und Teil des Pakets.

Das richtige Hosting wird oft unterschätzt

Sicherheit betrifft nicht nur das eingesetzte System, sondern auch die Hostingumgebung und -qualität. In der Vergangenheit hat der Umzug zu einem guten Hoster bereits mehrfach wiederholten Befall mit Malware beenden können. Zumindest zwei Mal bedeuteten rasches Handeln und ein sofort eingeleiteter Umzug gar die Rettung der ganzen Website. Selbstredend ist gutes Hosting auch für die Performance von Vorteil.

Argument Performance

Eine durchdacht aufgesetzte und konfigurierte WordPress Website gibt im Frontend auch nur HTML aus, und kann sehr schnell sein, je weniger „Bloat“ man an Board hat. Der Unterschied wird sich hier allenfalls im Hunderstel-Sekundenbereich bewegen. Zudem wird mit jeder WordPress-Version auch an der Performance geschraubt: Lazy Load für Bilder, Elemente erst laden, wenn an die Stelle gescrollt wird etc, etc.

Pflege der Inhalte

Auf HTML-Seiten sind die Inhalte nicht separat editierbar, und schon gar nicht vom Kunden. Der muss dafür als seinen Webdesigner kontaktieren, womöglich warten. Je nachdem, wie oft das passiert, fallen also weitere Kosten und Wartezeiten an.

Ein Anbieter meinte mal, die meisten Kunden würden ihre Inhalte ja eh nicht selbst bearbeiten. Es ist vielleicht also auch eine Frage der Clientel. Die meisten meiner Kunden wollen sehr wohl ihre Inhalte selbst ändern und veröffentlichen können. Für so manchen wäre die Wartezeit, bis ein anderer mal Zeit dafür hat, schwer auszuhalten.

Dienstleisterwechsel geht mit WordPress leichter

Den Webentwickler oder -designer wechseln bedeutet, jemand wird die HTML-Website mit großer Wahrscheinlichkeit neu bauen, und der Betreiber bezahlt dafür dann nochmal. Eine saubere WordPress-Installation kann man jederzeit in neue Hände geben und weiter pflegen lassen. Wenn man sich damit auseinandersetzen möchte, kann man das auch selbst tun. Mit WordPress ist man also unabhängig von einem bestimmten Dienstleister (der ja mal nicht mehr wollen, krank werden, in Rente gehen oder sonstwas kann…).

Für einen Entwickler mit Automatisierungstools im Hintergrund

Kann die reine HTML-Lösung tatsächlich hoch erfreulich sein. Er ändert was an seinem Projekt, gibt einen kleinen Befehl ein, und schupps – online. Geht mal was schief, kein Problem, schließlch kann man auf einen alten Stand zurück. Doch Webkunden verfügen normalerweise nicht über Entwicklertools und die Erfahrung damit zu arbeiten (schließlich haben sie ja andere Jobs), sonst bräuchten sie wohl keinen, der sie technisch unterstützt.

Unabhängigkeit ist Teil der Leistung

Ich freue mich über jeden Kunden, der seine Website nach dem (Re-)Launch durch uns weiter betreuen lässt – weil er es will, nicht, weil er keine andere Wahl hat. Diese Entscheidung sollte einem Kunden zugestanden werden, indem er ein System erhält, das er selbst verwalten, pflegen oder auch in andere Hände geben kann, wenn er möchte. – Das spricht für mich / für sich / für WordPress.

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