Und wieder einmal war da ein Black Friday. Auch heuer suchten wir nach attraktiven Angeboten, die wir in der WordPress-Gruppe auf LinkedIn in einem gepinnten Thread vorstellen wollten. Dabei fiel mir nicht zum ersten Mal auf, dass sich die Preispolitik im WordPress-Universum stark zu Ungunsten der Kunden verschoben hat. Besonders wer sich nicht abhängig von Abos machen und Lifetime-Lizenzen kaufen möchte, muss mittlerweile eine tiefe Kerbe in sein Budget ritzen, sofern eine solche Lizenz überhaupt noch verfügbar ist.
Irgendwie macht sich bei mir der Eindruck von Gier breit. Plugins mit marginalen Funktionen kosten teilweise schon Hunderte von Dollar, und das mithin sogar jedes Jahr. Ich bin zunehmend froher darüber, in vergleichsweise kurzer Zeit selbst coden zu können, was ich für die Umsetzung von Kundenwünschen brauche. Nicht jedes Plugin das Geld kostet, ist eine große Sache. Oft besteht der Großteil des Codes aus der Integrierung von Lizenzierungsmodellen wie z.B. Freemium.
An der Stelle möchte ich nicht kritisieren, dass Entwickler ihre Arbeit honoriert haben wollen. Schließlich programmiere ich ja auch nicht für lau. Allerdings verkaufen Plugin-Anbieter ihre Arbeit ja nicht nur ein einziges Mal, sondern viele Male, dabei ist nicht mal Bedingung, dass sie gut funktioniert. Durch Aufkäufe und gute Ressourcen im Marketing werden immer mehr Plugins mit guten Ruf, die mal Lifetime-Lizenzen anboten, zu hochpreisigen Abomodellen umfunktioniert (immerhin bleiben meistens bestehende Lifetime-Lizenzen weiterhin als solche gültig).
Was ich heute kritisieren möchte, sind Vorgehensweisen wie bei Image Photo Gallery Final Tiles Grid. Das Plugin hat(te) eine LIte Version, die vor Jahren von einem Grafiker im Projekt einer Kundin eingesetzt worden war. Bereits damals gab es auch eine kommerzielle Version, die für den Anspruch jedoch nicht erforderlich war.
Ab Version 3.6.2 fing das Plugin an, Updates abzuzicken (sehen konnte ich sie nur jeweils einmal Remote, wenn grade eine neue Version herausgekommen war, doch nach Vollzug änderte sich die Versionsnummer nicht, und es wurde auch kein Update mehr angezeigt), und musste aus dem Repository geholt und manuell hochgeladen werden. Im Dashboard konnte ich das letzte Update gar nicht sehen. Was ich erstmal für ein Versehen hielt, erwies sich offenbar als neue Strategie, bestehende User abzuzocken. Es gibt da diesen Button „AKTUALISIERUNG“ unter dem Hinweis „Aktualisierung: Funktionen freischalten“.

Klickt man da drauf, erhält man folgendes Angebot

Updates für die Lite-Version, die nach wie vor im WordPress-Repository aktualisiert wurde (mittlerweile 4 x), wurden praktisch blockiert. Der Anschein entstand das bisher Selbstverständliche sollte bezahlt werden müssen (sofern man überhaupt bemerkt, dass man bereits länger kein Update mehr bekam), nämlich die abgespeckte Version des Plugins weiterhin vom Dashboard aus updaten zu können.
Anmerkung am 10.12.2025: Die Version 3.6.6 bekam gestern ein Sicherheitsupdate. Zumindest Remote war das sichtbar (hab’s verabsäumt, ins Dashboard der Website selbst reinzuschauen) und wurde auch vollzogen. Doch der Kaufeinladungsbuttons für Updates ist auch in der Version 3.6.7 noch da…




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