AMP (Accelerated Mobile Pages) war ursprünglich eine Initiative von Google, die vor 10 Jahren (2015) ins Leben gerufen wurde, um Webseiten für mobile Geräte schneller zu machen. Es war besonders relevant für Publisher und Nachrichten-Websites, da es schnelle Ladezeiten und eine bessere mobile Nutzererfahrung bieten sollte.
Ich fand es damals ziemlich ätzend. Die Umsetzung war aufwändig, vielfach auch gar nicht so einfach möglich, ohne nicht vorher die gesamte Struktur einer Website umzuarbeiten. Viele auf Websites verfügbare Funktionen waren damit weitgehend ausgeschaltet, besonders Javascript. Auch CSS war ziemlich reduziert. Als ich damals sehr viel Aufwand investiert hatte, AMP in meine Projekte zu inkludieren, fand ich es schon nicht grade praxistauglich. Lange behielt ich es dann auch nicht bei, obwohl AMP-Seiten von Google bevorzugt wurden.
Einer der Gründe warum ich AMP nicht schätzte war die eingschränkte Funktionalität (zugunsten der Performance, natürlich). Im blöden Fall fehlten Elemente wie z.B. das Menü mit den Links zum Impressum und der Datenschutzerklärung, und ich musste mich darum separat kümmern. Die mit AMP einhergehende Abhängigkeit von Google war auch nicht hinnehmbar. Die Seiten wurden nicht mehr vom Webserver, sondern aus dem Google Cache geladen (was ab 2018 datenschutztechnisch relevant wurde). Mit AMP nicht datenschutzkonform sein zu können war einer der Gründe, warum ich es 2018 schließlich wieder aus meinem Blog entfernte.
Wie relevant ist AMP überhaupt noch?
Ab 2021 wurde die Unterstützung für AMP in einigen Apps eingestellt. Im November aktualisierte Twitter seine Entwicklerrichtlinien mit dem Hinweis, dass „die Unterstützung für diese Funktion derzeit eingestellt wird“; die mobilen Twitter-Apps für Android und iOS luden hinfort einfach die Nicht-AMP-Versionen von Webseiten. Im April 2021 entfernte Google AMP als SEO-Kriterium zugunsten der Ladegeschwindigkeit von Seiten und anderer Metriken zur „Seitenerfahrung“. In den Suchergebnissen wurde die Liste der Top-Storys nicht mehr auf AMP-Seiten beschränkt, und AMP-Seiten wurden nicht mehr durch ein Symbol gekennzeichnet.
Am 20. April 2022 führte Brave Browser neue Funktionen ein, um AMP-Seiten automatisch zu umgehen. Zugleich kündigte DuckDuckGo an, dass auch AMP-Seiten im DuckDuckGo-Browser und in der Browsererweiterung DuckDuckGo Privacy Essentials automatisch umgangen werden.
Am 29. November 2023 kündigte Ghost die Entfernung von AMP in einem kommenden Update an. Als Gründe für die Entfernung wurden genannt, dass die Webentwicklung über den Bedarf an AMP hinausgewachsen ist, Google AMP nicht mehr als Ranking-Faktor verwendet, die Benutzererfahrung schlecht, und die Akzeptanz zurückgegangen ist.
Abnehmende Priorität bei Google
Google hat AMP ursprünglich stark gefördert, z. B. durch die Platzierung von AMP-Seiten in den „Top Stories“ auf mobilen Suchergebnissen. Diese bevorzugte Behandlung wurde jedoch zurückgefahren. Seit Mai 2021 ist AMP keine Voraussetzung mehr für die „Top Stories“-Karussells.
Alternativen zu AMP
Mit der Einführung von Core Web Vitals und einer stärkeren Fokussierung auf allgemeine Website-Performance hat Google den Fokus auf AMP reduziert. Websites können nun vergleichbar profitieren, wenn sie einfach schnell und mobilfreundlich sind, ohne AMP zu nutzen.
Kritik an AMP
AMP wurde oft kritisiert, da es stark von Google kontrolliert wird und Einschränkungen bei der Gestaltung und Funktionalität von Websites mit sich bringt. Viele Entwickler und Website-Betreiber haben sich daher von AMP abgewendet.
Was blieb von AMP?
AMP wird immer noch von einigen Publishern und Websites genutzt, insbesondere im Nachrichtenbereich. Es ist bei weitem nicht mehr so weit verbreitet wie früher. Viele Unternehmen setzen stattdessen auf moderne Web-Technologien wie Progressive Web Apps (PWA) oder optimieren ihre Websites direkt für Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit.
AMP ist heute kein Muss mehr und hat deutlich an Relevanz verloren. Es gibt viele Alternativen, die flexibler und weniger eingeschränkt sind. Wenn du eine Website betreibst, lohnt es sich eher, auf allgemeine Performance-Optimierungen (z. B. durch Core Web Vitals) und moderne Web-Technologien zu setzen, anstatt AMP zu implementieren.




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