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Regenbogenfarbener Lichtstreifen auf strukturierter Stoffoberfläche
Foto von Gabriele Lässer
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Vielleicht ist es anderen auch schon aufgefallen, oder zumindest hat sich bereits leise Verwunderung eingestellt. Informationen die man vorzufinden wünscht, werden einem heute nicht mehr so einfach gegeben. Man kommt auf irgendeine Website, die irgendwas verkauft, und stellt sich die Frage, was das denn eigentlich sein soll? Hey, da ist ein Slogan. Doch nichts von dem, was man findet – weder Text noch Bild – scheint dazu irgendeine Verbindung herzustellen.

Der Anbieter steckt offenbar so tief in seiner Materie drin, dass er davon ausgeht, alle anderen wüssten so viel wie er, und es wäre ihnen klar, worum es geht. Also beschränkt er sich auf die eine oder andere Spezifikation (wenn gar), und der Besucher hockt vor der Website und weiß nicht, was damit anfangen.

Bei Produkten fehlen genau jene Spezifikationen, auf die es einem ankommt (damit auch wesentliche Verkaufsargumente). Das neue Handy lässt einen sowieso schon wie einen Volltrottel aussehen. Beim letzten Mal war die Einstellung doch hier zu finden, wo ist sie hin? Gibt es sie überhaupt noch? – Wer es nicht schafft, mit seinem Update sämtliche User zumindest temporär in Verwirrung zu stürzen hat offenbar zu wenig dran „entwickelt“. Doch Mensch hat ja nicht nur das eine Handy, oder den einen Computer, oder den einen Fernseher, oder die eine Kamera. Immer mehr Geräte, die man nicht täglich nutzt, wollen erstmal ein Update sehen, nachdem man sie eingeschaltet hat, oder man muss wieder mal irgendein Häkchen unter irgendeine neue Formulierung von Bedingungen, dem Datenschutz oder sonstwas machen.

Egal wo man hinschaut, man wird mit immer mehr Daten konfrontiert, aus denen sich immer weniger Information extrahieren lassen. Stattdessen wächst die Anzahl der Fragezeichen. Ist das was für mich? Betrifft es mich? Kann ich es einfach ignorieren? Was ist der Anwendungszweck, der Nutzen? Welche Konsequenzen sind damit verbunden, wenn ich was annehme, ablehne, oder vor mich hinschiebe? Besonders Menschen der Generation, die nicht mit dem Internet aufgewachsen ist, tun sich nach dem, was ich in meinem Umfeld mitbekomme, schwer. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Gehirne jüngerer Generationen damit schadlos klarkommen, schließlich unterscheiden die sich funktional nicht von den Gehirnen ihrer Eltern und Großeltern. Es fehlt gar die Erfahrung im Umgang mit einer rein analogen, einer greif- und tief erfahrbaren Realität, was leichter mal den Anschein erweckt, die aktuellen Entwicklungen wären „normal“. Sie mögen die menschliche Realtität definieren, doch manchmal habe ich den Eindruck, dass die sich zunehmend von der Wirklichkeit abwendet, von einer angemessenen Einschätzung von Fakten und Erfordernissen. Die Wälder wären vielleicht allesamt schon totgeregnet , hätte es zu Zeiten des sauren Regens bereits das Internet von heute gegeben…

KI und die Fakten

Nicht nur Websites bleiben einem immer öfter die wesentlichen Informationen schuldig. Die Chancen über Suchmaschinen was zu finden sinken gefühlt exponentiell mit der Differenziertheit der Anfrage. Steckt eine gewisse Absicht dahinter, Anfragen hin Richtung KI zu pipen? – Und dann bekommt man auch von der KI öfter als man für möglich halten würde falsche Antworten. An all die Schätze, die durch so genannte „Optimierung“ in den Hintergrund gedrängt und übersehen werden, mag ich gar nicht erst denken.

Nicht nur, dass man den KI-generierten Blogbeitrag sowieso gleich mal erkennt (zumindest wenn man selbst mit KI arbeitet), vielfach werden die Inhalte nichtmal geprüft. In der Folge werden schlichtweg falsche Informationen gepostet, und dann auch noch fleißig über sämtliche Social-Media-Kanäle verbreitet. – Vor einigen Wochen war ich auf dem Blog eines Anbieters von WordPress-Leistungen, der seine Blogbeiträge komplett KI generieren ließ. Mir fiel schon im ersten Beitrag den ich mir ansah auf, dass nicht stimmen konnte, was da stand, und überprüfte die Behauptungen sogar nochmal. Das machte ich dann mit einem zweiten Beitrag und einem dritten, und fand auch da unzutreffende Informationen vor.

Nicht nur Menschen können sich irren. KI kann das auch, sogar noch leichter als wir, weil sie Informationen nicht aus eigenen Erfahrungen beziehen kann. Sie hat z.b. nicht über Jahre mit WordPress gearbeitet. Sämtliche Informationen sind also theoretisch, und nicht aus dem Tun heraus gewonnen. Es gehört zu den Aufgaben der Autoren die KI Texte verfassen lassen, diese zu überprüfen, entweder durch Nachrecherche oder ausprobieren. Und ja, das kann mitunter mehr Zeit kosten, als selbst einen Beitrag zu schreiben.

Blogbeiträge schreiben ist mehr als Promotion um möglichst viele Impressions, Klicks und Conversions zu sammeln. Es geht darum, mit anderen zu teilen, was man (selbst) weiß. Überhaupt, die Sache mit dem Geben und Teilen scheint ziemlich in Vergessenheit geraten zu sein. Genau das war es, was das frühe Internet ausmachte. Es war eben einst eine Vernetzung von Menschen, kein Marktplatz von Konzernen und Gesinnungen.

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