Ob ich denn schon mit KI gearbeitet habe wurde ich mittlerweile bereits öfter gefragt. Wie bei vielen neuen Entwicklungen setzten wir uns damit bereits in den Anfängen auseinander (genau genommen sogar schon SEHR viel früher, doch das ist eine andere Geschichte ;)). Und KI ist bereits seit längerem nicht mehr aus unseren Workflows wegzudenken.
Warum ich gerne mit KI arbeite
- Sie spart wirklich eine Menge Tipparbeit.
- Man kann sie von Anfang ein einbeziehen, also bereits bei Konzeption und Ausformulierung der richtigen Prompts.
- Ich kann mit ihr Lösungen erarbeiten, die ich vorher alleine nur über sehr viele Recherchen und Tests zustande gebracht hätte.
- Inspiration und Weiterbildung erreichen damit ein völlig neues Level.
- Sie hilft mir dabei, Programmiercode zu optimieren und zu verbesssern.
- Sie kann Code schnell nach Einhaltung von WordPress-Standards, Sicherheit und Accessibility durchforsten und mir Verbesserungsvorschläge unterbreiten.
- Sie unterstützt mich dabei, die Automatisierungsprozesse in meinen eigenen Projekten schneller einzurichten und zu optimieren.
- Code- und Plugindokumentationen sind kein Thema mehr ❤️
Missverständnisse besonders am Anfang sind vorprogrammiert
Der Schlüssel liegt in der Kommunikation mit der KI. Dabei darf man nicht vergessen, dass sie nicht tickt wie ein Mensch, und nach wie vor nicht wirklich versteht, was wir ihr sagen. Wovon ein Mensch denkt, dass es „eh klar“ ist, kann von einer KI ganz anders aufgenommen und umgesetzt werden – entweder reduziert, oder es kommen Komponenten ins Ergebnis, an die man gar nicht gedacht hat (z.B. hatte ich mal in einem kleinen Plugin Firewallfunktionalität drin, weil ich es „sicher“ haben wollte – ich hatte hierbei nur an Nonces, Input-Sanitizing und Output-Escapting gedacht…). Mensch muss also in der Lage sein, die Ergebnisse zu prüfen und zu testen und ggf. der KI zu erklären, was nicht funktioniert und weshalb. Das kann bei komplexen Projekten durchaus zeitintensiv sein.
Es kann auch passieren, dass eine sehr spezielle gewünschte Funktionalität viele Versuche und langwieriges Debugging erfordert, bevor sie es hinkriegt, oder dass man den Part selbst übernehmen muss, und ihn ihr dann zeigt (wobei es nicht so ist, dass sie diese neue Erkenntnis dann auch verinnerlicht und es beim nächsten Mal oder gar bei anderen Usern richtig macht).
Ich hatte schon mehrfach das Phänomen, dass ich eine Funktionalität ändern ließ, und dann andere Bereiche des Projekts beeinträchtigt waren, oder nicht mehr funktionierten. In einem Fall passierte es, dass mein CSS umgeschrieben worden war, obgleich kein Bestandteil meiner Anweisungen.
Doch über die Zeit passieren solche Missverständnisse von selbst immer seltener.
Die Verantwortung liegt immer beim Entwickler
Sicherlich kann man mit KI auch ohne Programmierkenntnisse ein Plugin entwickeln. Nun ist alleine schon die Ideenbildung an ein gewisses Vorstellungsvermögen und Know How gebunden, wie auch die Qualität der Umsetzung (z.B. durch Sicherstellung der korrekten Nutzung verfügbarer APIs).
Ich habe als Anfänger auch bereits Plugins programmiert (erstmal nur für mich, nicht für Kundenprojekte). Das ist grundsätzlich nicht so schwer. Auch wenn KI den ganzen Code generieren kann, jemand sollte ihn verstehen, um das Ergebnis prüfen zu können und ggf. auch mal anzupassen. Wer ein Plugin entwickelt und einsetzt, muss es in den meisten Fällen auch pflegen und / oder erweitern. Es sollte dann in Projekten, wo es bereits im Einsatz ist, auch nach dem Update immer noch funktionieren.
KI kann beim Programmieren Fehler machen. Daher muss man als Entwickler einschätzen können, welche Vorschläge angenommen werden können, und welche besser nicht. Ggf. müssen Anweisungen (Prompts) angepasst werden.
Definitiv erhöht KI die Produktivität und auch die Zahl der Möglichkeiten erheblich. Zudem lerne ich sehr viel von ihr, da ich direkt Fragen stellen kann, und nicht ganze Handbücher und Funktionsreferenzen durchforsten muss.
Entwicklerkompetenz bei der Anwendung von KI ist nach wie vor eine unverzichtbare Fähigkeit, um Qualität, Sicherheit und Flexibilität zu gewährleisten. Die Verantwortung für die Funktionalität und Wartung des Plugins liegt immer beim Entwickler. Speziell wenn einem KI mal wieder das ganze Projekt aufmischt, muss man sich (und ihr!) zu helfen wissen.




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